sabine bomeier
sabine bomeier

Tolle Frau

Heute wäre sie weit über 100 Jahre alt, Joséphine Baker, die amerikanisch-französische Tänzerin und Schauspielerin und zeitlebens engagierte Kämpferin gegen Rassismus. Gerade heute, wo es wieder oder noch immer, so viel Rassismus, Sexismus oder einfach Angst vor dem gibt, was wir nicht kennen, ist mir diese Frau noch immer ein Vorbild. Sie hat gegen alle Widerstände für ihre Überzeugungen gelebt.

 

Geboren wurde Joséphine Baker als Freda Josephine McDonald in St. Louis, Missouri, wohl eher in ärmlichen Verhältnissen. Ihre Biografie ist in verschiedenen Fassungen geschrieben worden. Diese Vielfalt ist durchaus ihr selbst geschuldet, sie war immer auch eine Meisterin der Selbstdarstellung. Sicher ist aber, dass sie bereits 1917 ein Pogrom in East St. Louis erlebte, bei dem wahrscheinlich bis zu hundert Menschen ermordet wurden, die meisten Afro-Amerikaner. Dieses Erlebnis mag sie für den Rest ihres Lebens geprägt haben.

 

Mit 13 Jahren wurde sie mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet. Keine Seltenheit damals für ein schwarzes Mädchen in Missouri. Im gleichen Jahr machte sie ihre ersten Erfahrungen auf der Bühne und wagte so den ersten Schritt auf dem Wege zum Weltruhm.  Die Ehe hielt nur wenige Wochen, auch die nächste war von nicht allzu langer Dauer. Aber fortan hieß sie Baker. Es folgten weitere Ehen. Sie war eben auch eine Frau!

 

Sie tourte durch die USA, bekam durch die Bekanntschaft mit dem deutschen Dichter Karl Gustav Vollmoeller, der sich für den Dialog aller Künstler über Landes- und Sprachgrenzen hinweg einsetze, ein Engagement in Paris. Noch vor dem zweiten Weltkrieg nahm die farbige Frau die französische Staatsbürgerschaft an, schon das ein mutiger Schritt. Als US-Bürgerin wäre sie vor den Nazis, die schon zu diesem Zeitpunkt die politische Bühne Europas betraten, geschützter gewesen.

 

Joséphine Baker eroberte im Sturm ihr Publikum, einerseits als schwarze, noch dazu mehr oder weniger nackt tanzende Schönheit. Sie wurde geil sabbernd begafft und andererseits wegen ihres außergewöhnlichen Tanzes ehrlich bewundert. Unvergessen ihr Tanz im Bananenröckchen. Sie erhielt Auftrittsverbote und wurde von Le Corbusier gezeichnet. Langweilig war ihr Leben nicht.

 

Trotz französische Staatsbürgerschaft und Wohnsitz in Frankreich unterstützte sie die amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Als die Nazis sich als blutrünstige Beherrscher der Welt aufspielten, ging sie in den Untergrund, wurde Mitglied der französischen Resistance und arbeitete für den Geheimdienst ihres neuen Heimatlandes.

 

Sie adoptierte zwölf Waisenkinder aus verschiedenen Ländern und lebte so fortan in einer „Regenbogenfamilie“, wie sie es nannte. Und bewies so, dass ein Miteinander aller nicht nur möglich, sondern so bereichernd ist. Wir können alle eine Familie sein.

 

Gestorben ist sie am 12. April 1975 in Paris und wurde mit einem Militärbegräbnis geehrt.

 

© Sabine Bomeier

 

 

 

Zum Bestellen hier klicken

Zum Bestellen hier klicken
Momente im Frauenknast Zum Bestellen hier klicken
Liebe hinter Gittern zum Bestellen hier klicken
Er hat es wieder getan zum Bestellen hier klicken

Alle Bücher

sind über einen Mausklick auf das Buch direkt beim Verlag zu bestellen oder bei allen gängigen Online-Händlern oder einfach zum Buchhändler an der Ecke gehen und dort bestellen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
Sabine Bomeier