sabine bomeier
sabine bomeier

Wie ich zum Schreiben kam?

Es begann während meiner Haft mit einem Tagebuch.

„Schreiben ist der Weg von der Klage zur Anklage zum Widerstand“ schreibt Uta Klein (in „Gefangenen Presse – ihre Entstehung und Entwicklung“, Seite 158, Forum Verlag Godesberg, Mönchengladbach 1992). So habe auch ich das erfahren.

Schreiben bedeutet langsam, im Tempo des Aufzeichnens, die Gedanken ordnen zu können, Hintergründe zu begreifen, selbst Gesagtes oder von anderen Gehörtes noch einmal Revue passieren lassen zu können, auch neu zu interpretieren. Schreiben kann Hilfe zur Therapie sein, bei der Analyse des Geschehens helfen, ebenso wie Hilfe zu leisten, den Alltag zu begreifen und zu verarbeiten und neue Wege zu finden.

Schreiben ist sicher eine der Lieblingsbeschäftigungen von Gefangenen, zumindest wird es in den stillen Stunden des Einschlusses von vielen praktiziert. Der Mangel an Gesprächspartnern mag diese Passion ebenfalls unterstützen, aber auch das Gefühl vieler Inhaftierter, sich in einer Art geistigem Niemandsland zu befinden.

Aus dieser Situation heraus, ist auch mein Tagebuch und damit der Beginn meiner Leidenschaft für das Schreiben entstanden. Neben der Aufarbeitung meiner Situation, der vergangenen wie auch immer wieder der aktuellen, war es für mich auch wichtig, mich mit meiner Identität auseinanderzusetzen aber auch mit den Begegnungen mit den Menschen um mich herum und mit den immer wieder neuen Geschehnissen.

Während meiner Haft habe ich wunderbare Frauen kennengelernt, mit oft erschreckenden Lebensgeschichten. Sie haben mich Toleranz gelehrt, oft genug auch Humor und sie haben mir gezeigt, dass wir alle nur Frauen sind, stark und schwach, geschlagen und missbraucht, mal traurig und mal glücklich, alt oder jung aber immer irgendwie den Alltag meisternd.

Es ist mir ein Anliegen geworden, diesen Frauen eine Stimme zu geben, die Geschichten ihres Lebens oder Auszüge daraus zu beschreiben und so auf den Alltag von vielen von uns aufmerksam zu machen, aber auch aufzuzeigen, dass diese Frauen, dass wir stark werden können, denn wo immer wir herkommen, wir sind doch alle gleich.

Aus dem Schreiben über das Leben von Frauen in Haft ist das Schreiben über und in allen Lebensbereichen geworden. Schreiben kann helfen den Alltag zu meistern, aber es macht auch einfach Spaß.

 

 

Meine Bücher

 

Lisbeths Traum

oder bloß nicht darüber reden, Missbrauch in der Familie

 

Lisbeth hatte einen Traum. Sie wollte groß hinaus, eine kultivierte Dame werden. Das war nicht so einfach in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Moralvorstellungen waren streng und eine eigene berufliche Karriere für die meisten Frauen weder erreichbar noch vorstellbar. Aber Lisbeth meinte, in Kurt den Mann gefunden zu haben, der sie aus dem engen Milieu ihres Elternhauses entführen würde. Zunächst schien auch alles ganz nach ihren Wünschen zu verlaufen. Aber diese Ehe entwickelte sich anders als sie es sich erträumt hatte. Kurt zeigte mehr Interesse an der gemeinsamen Tochter als an seiner Frau. Aber Lisbeth aber wollte sich dadurch ihren Traum nicht zerstören lassen. Es würde schon alles nicht so schlimm sein, wenn man nur darüber schweigen würde. Sie schottete sich von der Welt ab, zog sich in eine Traumwelt zurück und meinte, in der Tochter doch noch ihre eigenen Wünsche wahr werden lassen zu können.

Was ist Missbrauch? Wo fängt er an? Wie funktionieren Familien, in den es Geheimnisse gibt, über die nicht gesprochen werden darf? Sind Mütter Mittäterinnen oder Opfer?

Der Sicht, dem Verhalten der Mütter wird im Allgemeinen viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Aber genau darum geht es in dem Buch: um die Zerrissenheit der Mütter, wenn der Vater des gemeinsamen Kindes pädophil ist

Dabei will und kann das Buch keine Antworten abschließenden geben, es ist „nur“ ein Roman, in dem es einmal vorrangig um die Rolle der Mütter geht.

 

472 Seiten, 16,99 Euro

 BoD – Books an Demand; Norderstedt, 2016

ISBN: 9783741225741

 

 

 

Momente im Frauenknast

Einblicke in eine verborgene Welt

 

Das Buch gibt anhand von Erlebnissen von inhaftierten Frauen Einblicke in eine Welt, die den meisten Menschen verschlossen ist, dem  Alltag in einer Frauenhaftanstalt. Dabei geht es nicht um die begangenen Taten, sondern um das Leben hinter Gittern.

Die Filze der Zellen, der monatliche Einkauf - was draußen so einfach ist, muss hinter Gittern immer wieder neu organisiert werden. Die einen versuchen an Drogen heranzukommen, die anderen wollen sich eine Perspektive nach der Haft aufbauen und tragen schwer an ihrer Schuld. So verschieden sie auch sind, das Verhältnis der Frauen untereinander ist oft von Wärme und  gegenseitigem Verständnis getragen, auch wenn der Umgangston oft rau ist. Allen gemeinsam ist eine schwierige Vergangenheit.

 

340Seiten, 14,99 Euro

BoD – Books on Demand; Norderstedt, 2015

ISBN: 9783738622027

 

 

 

Liebe hinter Gittern

Liebesgeschichten aus dem Knast

 

Liebe macht auch vor dem Knast nicht Halt. In einigen kurzen und einigen längeren  Episoden werden die Erlebnisse von Knackis mit der Liebe geschildert, mal mit gutem Ende und mal mit einem traurigen.  Kleine Dinge wie ein Blumenstrauß lassen den an sich tristen Knastalltag plötzlich bunt erscheinen aber wenn er draußen eine andere hat, bricht für die im Knast lebende Frau eine Welt zusammen. Eine Frau verliert ihren jungen Geliebten an die Drogen und Jutta und Susanne fallen auf pure Aufschneider herein. Nur wenige finden in einer glücklichen Ehezusammen. Liebe ist eben auch im Knast so vielfältig wie in der freien Welt, aber immer spannend.

Ich, Sabine Bomeier, die Autorin, Jahrgang 1957, lebe und arbeite in Bremen, unter anderem als freie Journalistin. Ich war selbst inhaftiert und habe in der Haft begonnen zu schreiben und danach eine Ausbildung zur Redakteurin gemacht.

 

140 Seiten; 5,99 Euro

BoD – Books on Demand; Norderstedt, 2014

ISBN: 9783734759482

 

 

 

Er hat es wieder getan

Liebesgeschichten nicht nur für Frauen

 

In zehn Episoden wird aus dem Leben von Frauen berichtet. Natürlich geht es dabei vorwiegend um die Liebe, die aber für die hier beschriebenen Frauen selten glücklich endet, vielmehr sind es Beispiele, die zeigen, wie Beziehungen Frauen dazu verleiten, sich klein zu machen und nur mit Mühe entkommen sie manchmal den Fängen der Männer.

Da ist zum Beispiel Kerstin, die immer wieder von ihrem Mann geschlagen wird; oder die Frau im Büro, die so gerne mehr Kontakt zu ihren Kollegen hätte. Und da ist Svenja, die von ihrer Jugendliebe nicht loskommt; Martha fügt sich in ihr Schicksal und ist froh, überhaupt „jemanden abbekommen“ zu haben. Lena hat einen jüngeren Liebhaber, aber glücklich ist sie nicht mit ihm, ebensowenig wie dessen verwöhnte Frau Lucy, die sich vor sich selber ekelt. Nicht zuletzt ist da aber auch das kleine Mädchen, das vom Vater allzu sehr geliebt wird.

Die Autorin, Sabine Bomeier, lebt und arbeitet in Bremen.

Eine wunderbare Lektüre für die kalten Tage im Herbst, auf dem Sofa eingehüllt in eine Decke und eine heiße Tasse Tee in den Händen.

 

124 Seiten; 5,99 Euro

BoD – Books on Demand; Norderstedt, 2014

ISBN: 97837838603057

 

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